Einem Bericht der indischen Unfallermittler zufolge, sei der serbische Kapitän der verunglückten Maschine offenbar vor der Landung eingeschlafen. Auf dem Cockpit Voice Recorder seien typische Schnarchgeräusche zu hören, die bis 21 Minuten vor dem Unfall dauerten.
Dazu kam noch, dass das Radar in Mangalore ausgefallen war, was einen kürzeren Sinkflug bedeutet hätte. Die Crew habe sich jedoch aufgrund des schlafenden Kapitäns nicht rechtzeitig darauf vorbereitet und sei deshalb "sehr viel höher" gewesen, als sie zum Zeitpunkt des Beginns des Anfluges auf die Piste 24 hätte sein sollen. Weshalb der Erste Offizier seinen Kapitän nicht weckte, ist unklar.
Der Kapitän habe die Maschine dann in einen steilen Sinkflug mit bis zu 4.000 Fuß pro Minute gezwungen, worauf das Warnsystem mit mehreren akustischen "Sink Rate, Sink Rate" Warnungen reagiert habe. Weiters seit auf dem Cockpit Voice Recorder zu hören, dass der indische Erste Offizier nicht weniger als drei Mal einen Go around (Durchstarmanöver) vorgeschlagen habe.
Schließlich überflog die Maschine den Pistenanfang in rund 60 Metern Höhe, setzte viel zu spät auf, schoss über die Piste hinaus, zerbrach in mehrere Teile und ging in Flammen auf.
Von 166 Menschen an Bord überlebten nur 8 Passagiere, die gesamte Crew starb in den Flammen.
Die indische Luftfahrt gerät immer wieder aufgrund von Sicherheitsproblemen in die Schlagzeilen. "In Westeuropa wird nicht gefragt, wenn einer der beiden Piloten einen Go around anordnet. Dann wird dieser durchgeführt, ohne Wenn und Aber", so ein Pilot gegenüber Austrian Wings. Zudem sei es "undenkbar", dass sich ein Copilot nicht traue, den Kapitän zu wecken, wenn dieser einschlafe.
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(red)