"Alle zwei Jahre musß eine große Notfallübung stattfinden um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein", erklärte Flughafenchef Gerhard Widmann. "Alpha 5" ist seit Antritt seiner Geschäftsführertätigkeitin GRZ bereits die fünfte große Notfallübung, die er federführend durchzuführen hatte.
Das Szenario: Beim Anflug auf Graz gerät ein Passagierflugzeug außer Kontrolle, der Funkkontakt bricht ab, der Jet verliert den Gleitpfad und landet somit unsanft neben der Piste. Der Rumpf bricht dabei auseinander und gerät in Brand. Diese verunfallte Maschine sollte aber einen wichtigen Staatsgast, der auf einen Wirtschaftsgipfel in Graz weilte, wieder nach Hause bringen. Erschwert wurde die Situation dadurch, dass noch zusätzlich ein Bekenneranruf auf ein sprengstoffverdächtiges Gepäckstück am Flughafen eingegangen ist.
Über 400 beteiligte Personen, davon mehr als die Hälfte freiwillige Helfer aus dem ganzen Bezirk(Feuerwehren, Rettungsorganisationen, Polizei, Sondereinsatzkommando, Sprengstoffentschärfungsdienst, Kriseninterventionsteam und psychologisch-medizinisches Personal) waren vor Ort, um die Krisensituation zu bewältigen.
Nach mehr als zwei Stunden konnte die Notfallübung beendet werden. Die Übungsziele, wie Alarmierungen, Richtigkeit der Alarmpläne, das Funktionieren aller Notfalleinrichtungen, der Info- und Kommunikationssysteme, aber vor allem das Zusammenwirken aller Behörden, Dienststellen und Einsatzorganisationen, konnte auch durch die bereits jahrelange Zusammenarbeit als erfolgreich gewertet werden. Falsche Denkansätze und zu komplizierte Abläufe konnten aufgedeckt, um sie in Folge zu vereinfachen und zu beseitigen. Ein "gewisses Chaos" ist aber in der Realität kaum zu vermeiden. Durch Großübungen wie dieser, so Widmann, kann man diese Chaos aber so gering und kurz wie möglich halten.
Text & Fotos: Franz Zussner