"Lufthansa ist für von ihr eingesetztes Personal in voller Weise verantwortlich. Die Schuldfrage ist mittlerweile eindeutig geklärt, denke ich", erklärte der Jurist gegenüber Medien.
Seitens Lufthansa habe es bisher auch keinen Widerspruch gegeben, im Gegenteil, sie habe sich zu ihrer Verantwortung bekannt. Nun müsse man allerdings sehen, ob Lufthansa ihrem Bekenntnis auch Taten folgen lasse: "Der Lackmustest kommt noch", sagte Wellens laut übereinstimmenden deutschen Medienberichten.
"Die Opferfamilien brauchen sehr viel Geld, um ihr weiteres Leben ohne den Menschen, der verloren gegangen ist, zu gestalten." Eine angemessene hohe Entschädigung sei "sehr wichtig", da sie eine "Stütze für die Familie im Alltag" sei.
Laut einem Bericht des Nachrichtensenders "n-tv" vertritt Wellens auch eine Familie, bei der fünf Kinder ihre Eltern bei dem Absturz verloren hätten.
Wellens ist nicht nur Anwalt sondern auch Vorsitzender des Vereins "Crash-Gesellschaft für Opferrechte", in der er sich um Angehörige von Opfern von Flugzeugkatastrophen kümmert.
Psychoanalytiker über Lubitz: "Das war Amok!"
In einem Interview mit der Zeitung "Zeit online" analysiert indes der Psychoanalytiker Micha Hilgers die Lubitz vorgeworfene Tat. Für ihn waren nicht die bei Lubitz diagnostizierten Depressionen die Ursache dafür, dass er den Airbus zum Absturz gebracht hat, sondern vielmehr eine "narzisstische Persönlichkeitsstörung". Für Hilgers ist auch der Begriff "erweiterter Suizid" in diesem Zusammenhang unzulässig, weil er Lubitz' Tat bagatellisiere: "Hier wurden völlig Unbeteiligte, die für L. anonym bleiben, mit in den Tod gerissen. Das erfüllt die Definition des Amoks und, wenn man Heimtücke und Planung unterstellt, auch des Mordes."
(red / Titelbild: Symbolbild Germanwings - Foto: Austrian Wings Media Crew)