Austrian Wings berichtete bereits im Herbst 2024 über die Pläne von Austrian Airlines - zusätzlich zu den von der norwegischen Braathens Regional geleasten ATR 72 - für den Sommerflugplan 2025 mehrere Jets von Air Baltic anzumieten. Jetzt ist es soweit. Wie AUA-Pressesprecherin Anita Kiefer gegenüber "Austrian Wings" bestätigte, seien vorerst drei Airbus A220-300 von Air Baltic ab Wien unter Austrian Airlines Flugnummern im Einsatz. Grundsätzlich bestehe laut Kiefer auch die Möglichkeit, auf ein viertes Flugzeug zuzugreifen - sofern Bedarf bestehe. Der Einsatz erfolgt im Wetlease. Das bedeutet, dass Air Baltic Flugzeuge und Besatzungen (Piloten und Flugbegleiter) stellt, die Flüge jedoch im Auftrag der AUA unter Austrian Flugnummer durchgeführt werden. Neben dem Sommerflugplan 2025 soll Air Baltic auch in den kommenden Sommerflugplänen 2026 und 2027 ab Wien für Austrian Airlines fliegen.

Destinationen, auf denen die Air Baltic Jets unter OS-Flugnummer operieren sind laut AUA-Sprecherin Kiefer die Städte Amsterdam, Stockholm, Berlin, Brüssel, Düsseldorf, Rom, Frankfurt, Genf, London, Neapel, Nizza, Porto, Bukarest, Chisinau, Thessaloniki, Sevilla und Zürich.

Air Baltic
Die im Jahr 1995 gegründete Air Baltic betreibt derzeit 50 Airbus A220-300 mit einem Durchschnittsalter von 4,5 Jahren und möchte die Flotte bis zum Jahr 2030 nach eigenen Angaben auf 100 Flugzeuge aufstocken. Der größte Teil von Air Baltic, nämlich 97.97 Prozent, befindet sich laut Unternehmenshomepage (Stand 2. April 2025) im Besitz des lettischen Staates. Ende Jänner 2025 kündigte die AUA-Muttergesellschaft Lufthansa an, 10 Prozent an Air Baltic erwerben zu wollen. Air Baltic führt neben der AUA auch für weitere Airliners des Lufthansa-Konzerns im Wetlease durch. Anfang Dezember 2016 präsentierte Air Baltic den A220-300 (damals noch CS300) offiziell in Riga - für Austrian Wings war Franz Zussner mit dabei. Mit dem A220 landete Air Baltic offiziell erstmals am 1. Februar 2017 in Wien.
Der A220
Das eingesetzte Flugzeugmodell vom Typ Airbus A220 absolvierte im Jahr 2013 seinen Erstflug - damals trug es noch die Bezeichnung Bombardier CSeries 100. Die vergrößerte Variante A220-300 flog im Februar 2015 zum ersten Mal und wurde als CSeries 300 bezeichnet. Die CSeries landete erstmals im März 2016 auf dem Flughafen Wien - Austrian Wings berichtete. Im Oktober 2017 übernahm Airbus das CSeries-Programm vom kanadischen Hersteller Bombardier. Seit Sommer 2018 wird die CSeries deshalb als Airbus A220 vermarktet. Die von Air Baltic eingesetzte Version A220-300 ist 38,70 Meter lang und bietet maximal 160 Passagieren Platz.

Air Baltic hat ihre Flugzeuge mit 148 Sitzplätzen konfiguriert. Das maximale Startgewicht der Air Baltic A220-300 liegt bei 67,6 Tonnen, die Reichweite laut Angaben der Fluggesellschaft bei 4.575 Kilometer. Die tatsächlich Reichweite variiert jedoch, abhängig von Beladung und Wetterbedingungen. Laut Herstellerangaben (Airbus) liegt die Reichweite bei 3.400 nautischen Meilen, umgerechnet rund 6.300 Kilometer. Als Antrieb dienen zwei unter den Tragflächen montierte Pratt & Whitney PW 1521G-Turbinen.
Text & Fotos: Patrick Huber